Mini-Hubschrauber liefert grandiose Bilder
'Großes Kino' in der Allianz Arena
18.8.2003
Auf der Baustelle der Allianz Arena in Fröttmaning war am Wochenende 'Drehtag'. Im Auftrag der Allianz AG wurden für einen Dokumentarfilm über die Entstehung der Arena spektakuläre Bilder aus einem Mini-Hubschrauber gemacht. Als Gast am 'Set' war zudem ein Autor der Zeitschrift MAX, die in der Novemberausgabe ausführlich über das neue Münchener Stadion berichten wird.
James Bond, Harry Potter und den Dokumentarfilm über die Allianz Arena in einem Atemzug zu nennen, scheint etwas anmaßend und doch haben die drei Produktionen etwas gemein: Die technisch einzigartigen Aufnahmen von einem ferngesteuerten Helikopter mit integrierter Kamera. Dieses System der Firma 'Flying Cam' entwickelte vor dreizehn Jahren der Belgier Emanuel Previniaire, der dafür auch den Oscar-Academy-Award der Kategorie Photo-Technik erhielt.
Wahrlich 'großes Kino' war demnach am Wochenende geboten, als das Filmteam der Allianz AG um ihren Leiter Wolfgang Eberhardt für ihren etwa einstündigen Doku-Film mit dem bisherigen Arbeitstitel 'Baudokumentation der Allianz Arena' auf der Baustelle erschien. An einem Tag mussten die Aufnahmen aus dem Hubschrauber für eine etwa einminütige Sequenz des gesamten Films 'im Kasten sein', wie es so schön in der Filmsprache heißt.
Hauptakteure waren bei diesen Aufnahmen allerdings andere – der etwa zwei Meter lange und vierzehn Kilogramm schwere Mini-Helikopter und sein Pilot Bruno Ziegler. Als professioneller Modellflieger und Angestellter bei 'Flying Cam' ist der schon ein 'alter Hase' in Sachen Filmdrehs, aber die Allianz Arena aus verschiedensten Perspektiven zu filmen hatte seine ganz eigenen Tücken.
„Die größte Schwierigkeit bei diesen Aufnahmen waren die vielen Kräne. Ich habe den Hubschrauber mitten durch dieseKräne gesteuert und es waren einige wirklich schwierige Kameraschüsse dabei.“ Doch nicht nur das war für den Schweinfurter, der den Hubschrauber aufgrund höchster Konzentration (der Helikopter fliegt keine Sekunde von alleine) nur circa fünf Minuten am Stück lenken kann, eine echte Herausforderung.
In einer höchst spektakulären Szene ließ der Pilot, der sich im Stadion befand, den Helikopter über die Esplanade auf die Rückseite der Südtribüne zufliegen und dann auf der zweiten Tribünenebene durcheinen „wirklich ganz schmalen Korridor“ ins Stadion fliegen. Mit Erfolg. Diese und viele andere Aufnahmen rund um die Baustelle hatte die 'On-Board-Kamera' im Hubschrauber, die wiederum von einem Kameramann im Fokus sowie in den vertikalen Schwenks bedient wird, optimal eingefangen und die Filmcrew war vom Ergebnis begeistert.
Ebenso euphorisch zeigte sich eine Art Zaungast bei diesen Fimaufnahmen – Michael Kneissler, Autor der Zeitschrift MAX. Hintergrund: In der Novemberausgabe mit dem Titel 'Made In Germany' wird das Magazin ausführlich über die Allianz Arena berichten und diese wie Kneissler meinte „völlig irre Geschichte mit dem Hubschrauber“ schien ihm der perfekte Anlass, um der Baustelle einen ausführlichen Besuch abzustatten. Doch nicht nur die spektakulären Filmaufnahmen ließen sein Journalistenherz höher schlagen.
Von seiner Fitness-Radstrecke aus habe er die Allianz Arena und ihren „insbesondere in den letzten Wochen unheimlichen Baufortschritt“ schon beobachtet, doch als er dann mitten auf der Baustelle stand, konnte er sich kaum bremsen:„Das wird ein absolutes Wahrzeichen für München und insbesondere die Konstruktion der Hülle um das Stadion wird auf Jahre hinaus architektonisch und ästhetisch unschlagbar in Deutschland sein.“Es hatte den Anschein, dass auch der MAX-Autor nach seinem Besuch 'alles im Kasten' hatte.