"So interessant wie die Golden Gate"
Die Allianz Arena ist schon jetzt ein gefragter Souvenir- und Marketingartikel und der Arena-Shop in der Markenwelt der Allianz Arena wird nicht nur kurz vor Weihnachten schwer frequentiert. In einem Interview erläutert Shop-Betreiber Michael Hagemann das Erfolgsrezept des einzigartigen Ladens.
15.12.2005
Frage: Sie werden als der „kreative Kopf“ des Allianz Arena Shops in der Markenwelt des neuen Münchner Fußball-Tempels bezeichnet – welche Erfahrungen konnten Sie in dieses Projekt einfließen lassen?
Michael Hagemann: Ich bin nun seit 27 Jahren im Bereich „Werbemittel“ und „Marketing“ selbständig. Dazu gehören natürlich auch Souvenirs, also Werbe-Mittel für Orte oder Sehenswürdigkeiten, sowie Merchandisings, sprich „verkäufliche Werbe-Mittel“.
Bereits 1986 bei den Feierlichkeiten zu 200 Jahre Englischer Gartenkonnten wir mit 8 Verkaufsstellen erste Erfahrungen mit Merchandising im Tourismus machen, als Fachreferent habe ich bei der Souvenirmesse in (Nürnberg zum Thema „Städtemarketing“ Vorträge gehalten und war bei der Konzeption und Betreuung der Museumsshops in den Bayerischen Schlössern involviert.
Frage: Ein Fußballstadion als Merchandising-Artikel – war Ihnen klar, dass dieses Konzept Erfolg haben wird?
Michael Hagemann: Ja, das war von Anfang an ein Bestandteil meines Konzeptes: Dieses „Gebäude“ ist mit seiner Modernität und seiner Architektur mindestens so interessant wie das Empire State Building oder die Golden Gate Bridge, um nur zwei Beispiele zu nennen; auch davon gibt es schließlich Merchandising-Produkte.
Frage: Was ist ihrer Meinung nach das Besondere am Allianz Arena-Shop?
Michael Hagemann: Das Besondere ist sicherlich das Ambiente des Shops, der Ticket-Service für die Besucher, die eine Führung machen wollen und die Berücksichtigung der breiten „Verkehrswege“ im Shop – vollkommen unüblich für einen „Souvenir-Shop“, der ja sonst voll mit Regalen ist.
Dazu haben wir in der gleichen Konstruktion wie bei den 2.874 Kissen der Außenhaut diese Original-Folie der Arena im Shop zum Anfassen, Großbildschirme zeigen den Bau der Allianz Arena und bieten eine Menge von Informationen. Ein Info-Shop also, in dem man auch Souvenirs kaufen kann.
Frage: Nun mal „ans Eingemachte“ – wie läuft denn der Allianz Arena - Shop seit der Eröffnung im Mai dieses Jahres?
Michael Hagemann: Wir können sicherlich sehr zufrieden sein, wenn z.B. im August pro Tag bis zu 2.800 Besucher im Shop eingekauft haben. Das war aber auch die Grenze der Belastbarkeit für die Mitarbeiter im Shop.
Doch auch in unserem Online-Shop gibt es regen Andrang. Dort wird nahezu der gleiche Umsatz realisiert wie im Arena Shop und dies erfordert natürlich eine gute Logistik in Warenbeschaffung, Lagerung und Auslieferung mit Hilfe unseres Warenwirtschaftssystems.
Frage: Das Angebot an Artikeln mit Allianz Arena-Branding ist recht groß – wie viele Souvenirs gibt es denn insgesamt und wer entwickelt dazu die Ideen?
Michael Hagemann: Insgesamt haben wir 70 Produkte im Angebot. Die Ideen dazu entwickeln wir mit unseren Mitarbeitern am Firmensitz in Eichenau. Dabei legen wir Wert auf Authentizität sowie auf die Wirkungsweisen „nett“ und „will ich haben“. Denn das sind die Kaufmotive für Besucher einer Sehenswürdigkeit. Diese Ideen kommen in einen Produktausschuss mit den Lizenzinhabern, werden dort optimiert und verabschiedet – oder aber auch nicht produziert.
Frage: Was sind die beliebtesten Artikel bei der Kundschaft und wie sind die Reaktionen bei den zahlreichen Besuchern?
Michael Hagemann: Das sind zu viele, um sie hier aufzuzählen. Tatsächlich haben wir nur etwa 10% der angebotenen Produkte, die nicht in Mengen laufen. Das sind aber auch Artikel, die deutlich über der touristischen Hemmschwelle von 20 € liegen. Ich denke da an einen hochwertigen Metall-Chronographen, dessen Lünette, also der Ring um das Uhrenglas, auf 45 Minuten plus Nachspielzeit einzustellen ist.
Das ist kein Souvenir mehr, sondern ein hochwertiges Präsent für einen „Daheim-gebliebenen-Fußballfan“. Am meisten freut uns aber, dass uns viele Besucher bestätigen, dass wir „mal andere Souvenirs als üblich“ haben und hinter unseren Artikeln „gute Ideen“ stecken.
Frage: Die persönliche Frage zum Abschluss – schlummern noch viele Ideen für den Shop im Hinterkopf und welche Ziele haben Sie noch als Shopbetreiber in der Allianz Arena?
Michael Hagemann: „Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein“. Das ist ein Leistungsprinzip in unserem Unternehmen. Das beginnt mit der kontinuierlichen Suche nach interessanten und ungewöhnlichen Produkten in entsprechender Qualität, dazu zählt zuvorkommender Service unserer Shop-Mitarbeiter gegenüber allen Besuchern dieser tollen Location, sowie das Bemühen unserer Vertriebsmitarbeiter für die Kunden aus dem Internet.
Mit diesen Voraussetzungen im Unternehmenskern werden wir noch andere Vertriebskanäle akquirieren, um auch München-Besuchern z.B. am Flughafen oder im Stadt-Zentrum die Allianz Arena nahe zu bringen. Dieser Fußballtempel ist nun mal eine weitere, tolle Sehenswürdigkeit meiner Heimatstadt.