News-Archiv
Deutscher Brandschutzpreis für Allianz Arena

Die Allianz Arena hat für ihr Brandschutz-Konzept den „Deutschen Brandschutzpreis 2003“ erhalten. Der Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für baulichen Brandschutz in Deutschland und ist mit 4500 Euro dotiert. Der BertelsmannSpringer Bauverlag und dasManagement Forum Starnberg verleihen ihn jährlich für besonders vorbildliche Brandschutzmaßnahmen.
17.05.2004
Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury aus unabhängigen Brand-Experten. Die Jury begründete ihre Entscheidung für die Allianz Arena damit, dass das Stadion ein gelungenes Beispiel sei für die Integration des erforderlichen Brandschutzes in eine innovative Planung, ohne dass bei Kreativität und Sicherheit Abstriche gemacht worden seien. Die Prämierung fand in Bad Homburg im Rahmen der Deutschen Brandschutztage statt.

Die Firma hhpberlin, Ingenieurgesellschaft für Brandschutz mbH, hatte das Brandschutzkonzept für das Münchner Fußballstadion in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Herzog & de Meuron, der München Stadion GmbH und den Bau-Behörden erarbeitet. Die Herausforderungen waren vielfältig: von der Gestaltung der Rettungswege über die brandschutztechnische Unterteilung im Gebäude, die baurechtliche Situation vergleichbar einem Hochhaus, die Rauchabführung bis hin zur schieren Größe der Arena.

Bis in den letzten Winkel wurde der Brandschutz ausgelotet, denn was ein größerer Brand in einem solchen Bauwerk bedeuten würde, mag man sich gar nicht ausmalen. Doch die Jury war rundum zufrieden. All die Herausforderungen rund um den Brandschutzwurden laut ihrem Votum sehr gut gemeistert. Das Gremium bestand u.a. aus Experten von der Brandschutzdirektion Frankfurt, Sachverständigenbüros, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und der Materialprüfanstalt für das Bauwesen.

Für die Feuerwehr entwarf die Firma hhpberlin z.B. separate Zufahrten zum Stadion, um ihr die Brandbekämpfung zu erleichtern. Die Feuerwehrleute können sogar das Parkhausdach neben dem Stadion als Ausgangspunkt ihrer Brandbekämpfung nutzen. Für genügend Außen- und Wandhydranten rund ums und im Stadion hat die Brandschutzfirma gesorgt. Diese gewährleisten die Wasserzufuhr, um ein eventuelles Feuer bekämpfen zu können.

Hinzu kommt eine flächendeckende Brandmelde- sowie Sprinkleranlage im Inneren des Stadions.Die Konstruktion des Gebäudes in Stahlbetonbauweise, Wärmeabzugsöffnungen im Dach, kurze Rettungswege für Zuschauer, die mittels sogenannter „Entfluchtungssimulationen“ am Computer getestet wurden, machen die Allianz Arena zusätzlich sicher.

Viele andere Brandschutz-Vorkehrungen kommen hinzu: von feuersicheren Aufzugschächten bis zu den Kaskadentreppen an der Außenseite der Fassade, um die Ströme der flüchtenden Fußballzuschauer aufzunehmen, falls doch einmal ein Feuer entstehen sollte und das Stadion evakuiert werden muss. Besonders stolz ist die Bauleitung aber auf die Brandschutz-Eigenschaften der Fassaden- und Dachkissen aus brandhemmender ETFE-Folie (aus Ethylen und Tetrafluor-Ethylen), mit denen die Allianz Arena umgeben ist.

Diese beleuchtbarenFolienkissen im Stahlrahmen haben in Brandversuchen bewiesen, dass sie sich nicht am „Brandgeschehen“ beteiligen und auch nicht zur „Brandweiterleitung“ beitragen. Auch die hinter den Kissen installierten Leuchten zur Illumination der Arena in den Vereinsfarben der Fußballvereine FC Bayern München und TSV 1860 München haben die Installateure so angebracht, dass durch sie kein Brand ausgelöst werden kann.
drucken   > zurück